faire du sur place

faire du sûr place

Rauch hat sich sein Credo „Der Kunst auszuweichen ist sehr schwer, denn sie umgibt uns überall.“ zu Herzen genommen, als er die Idee zur Arbeit „faire du sûr place 1 – 70“ („Mach es sicher vor Ort“ [Anm. d. Künstlers]) hatte. Nun liegen 70 bunte Fruchtgummi-Fußmatten in den Eingängen der Büros im Gebäude verteilt, in denen kommuniziert wird und von wo aus täglich viele Wege zu anderen Räumen führen. Rauchs „Spiel mit der Kunst“, in welchem mal der Künstler, mal die Kunst bis zum finalen Ergebnis vorne liegt, überträgt sich hier auf die Wege der Bediensteten als ein jahrelanger Wettlauf von Mensch und Bürokratie. Eine Qualitäts- und Quantitätsstudie sowie deren Verhältnis zueinander seien angestrebt, so der Künstler. Die Matten, stumme Zähler sie passierender Schritte, verfolgen Kommunikationswege nach. Sichert die Quantität der Gespräche die Qualität der Arbeit und des alltäglichen Miteinanders oder ist weniger mehr? Wie viel Freiraum bleibt dem Individuum in der Menge der Aufgaben? Wie viel Quantität darf sein, ohne dass die Qualität verdrängt wird?

Der Spielcharakter der Kunst fordert den Betrachter auf, persönliche wie arbeitsbezogene Gedanken an die Installation heranzutragen und selbstreflektierende Antworten zu finden.

Cornelia Kress